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Das Prinzip der Politik (Gefunden in einem türkischen Reiseführer)
Ein kleiner Junge ging zum Vater und fragte ihn: „Was ist Politik?“
„Nun mein Sohn, ich erkläre es dir:
Ich bin der Verdiener der Familie, also nenne ich mich Kapitalismus.
Deine Mama verwaltet das Geld, also nennen wir sie Regierung.
Wir sind dafür da, für dich zu sorgen also bist du das Volk.
Unser Kindermädchen ist die Arbeiterklasse und dein kleiner Bruder die Zukunft.
Nun überleg dir, was das für einen Sinn ergibt.“
Der Junge ging ins Bett und dachte über das Gesagte nach.
In der Nacht hörte er seinen kleinen Bruder weinen und wusste, dass er die Windeln voll hatte.
Darauf hin ging der Junge in das Schlafzimmer seiner Eltern und fand seine Mutter tief schlafend.
Er wollte sie nicht wecken und lief zum Zimmer des Kindermädchens.
Die Tür war verschlossen und so schaute er durch das Schlüsselloch. Sein Vater lag mit dem Mädchen im Bett.
Da gab der Junge auf und legte sich wieder schlafen.
Am nächsten Morgen sagte der kleine Junge zu seinem Vater: „Papa ich verstehe nun das Konzept der Politik.“
„Gut, dann erkläre es mir.“
Der Junge sagte: „Nun, während der Kapitalismus die Arbeiterklasse zerquetscht schläft die Regierung.
Das Volk wird ignoriert und die Zukunft steckt in tiefer Scheiße“
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Hallo liebe Leserin, lieber Leser… wissen sie, was eine „Loszeit“ ist?
Ich habe gerade eine schreckliche hinter mir.
Bestimmt waren sie auch schon mal in so einer Situation, wussten jedoch nicht, dass sie sich in dieser verflixten „Loszeit“ befinden.
Ich werde versuchen, ihnen zu erklären was ich damit sagen will.
Es fing alles an, als ich von meinem Aussteigertrip in die Türkei wieder nach Deutschland zurückkehrte.
Die erste Zeit in der Heimat lief alles noch ziemlich glatt. Schnell fand ich eine süße Wohnung und geschäftliche Ideen hatte ich genügend.
Mit Elan und Optimismus machte ich mich daran, sie in die Tat umzusetzen.
Was ich dabei nicht bedacht hatte war, dass sich in den fast 8 Jahren die ich weg war, vieles in Deutschland verändert hatte.
Kurze Rede, langer Sinn: Ich war „erfolglos“
Nebenbei schrieb ich an einem Roman über meine Abenteuer in Antalya und als er endlich fertig war, verschickte ich ihn mit der Überzeugung, dass sich jeder Verleger um meine Geschichte reißen würde, an verschiedene Verlage.
(Das war doch ein Stoff der verfilmt werden musste. Als Hauptdarsteller kam natürlich nur Leslie Nielsen als Ali in Betracht)
Die ersten Antwortbriefe öffnete ich noch mit Herzklopfen. Doch als dann die, fast alle mit gleichem Wortlaut, Absagen die Zahl 30 überschritten, wurde ich „mutlos“
Alles, aber auch wirklich alles was ich anfing, ging schief.
Mein ganzes Leben erschien mir „sinnlos“
Ach, werden sie jetzt denken, die hatte eine ganz „normale“ Depression.
Aber ich, eine Vollblut- Löwefrau und Lebenskünstlerin, bekam doch so etwas nicht.
Von nichts und niemandem ließ ich mich als Depp prämieren. Auf so eine Auszeichnung konnte ich verzichten.
Nein… ich hatte eine Loszeit.
Nachdem sich nun schon etliche –los bei mir eingeschlichen hatten, gesellten sich viele andere wie von selbst dazu.
Das machte mich „antriebslos“. Saß nur noch vor der Klotze und mein Leben verlief völlig „ereignislos“. War ja eh alles „hoffnungslos“.
Nichts war mehr übrig von meinem sprichwörtlich „Sonnigem Gemüt“.
Meine Umwelt reagierte langsam „verständnislos“.
Ich nahm es zu Kenntnis…“emotionslos“
Nächtelang wälzte ich mich im Bett von einer Seite auf die andere…„schlaflos“
Das –los griff auf meinen Körper über. Ich bekam zahlreiche Allergien.
Auch das musste ich ertragen…“wehrlos“
Es war…“trostlos“
Ich könnte die Liste noch ein paar Seiten fortsetzen, doch ich will ihre Geduld nicht unnötig strapazieren. Nur soviel: es war viel –los.
Von A wie "arbeitslos"
Bis Z wie "ziellos"
Nun reicht es aber, werden sie jetzt denken. Und das dachte ich auch.
Wenn einen das –los einmal erwischt hat, dann vermehrt es sich… „gnadenlos“.
Wie ein Computervirus. Unbemerkt nistet er sich ein, schleicht sich in alle Programme und am Ende verursacht er einen Systemabsturz.
Ich stand kurz vor dem Crash.
Ich begann, mich aus einiger Entfernung wie einen PC zu betrachten.
Da ich kein Virusprogramm zur Verfügung hatte, machte ich mich daran, meine (virtuelle) Festplatte manuell von diesen –los zu säubern.
Als erstes musste „Antriebslos“ entfernt werden. Dieser Virus war wohl der hartnäckigste und es kostete mich sehr viel Mühe, ihn zu löschen.
Doch ich hatte Erfolg.
Und so konnte ich das nächst –los bekämpfen.
Je mehr -los ich löschen konnte, desto einfacher wurde es. Manche verschwanden ganz von alleine.
Wissen sie, man kann fast jede Festplatte wieder reparieren. Das werden ihnen Experten bestätigen.
Um die meine wieder in Gang zu bringen, musste ich systematisch vorgehen.
Ein –los nach dem anderen wurde von mir nach und nach von meiner Festplatte gelöscht.
Es war mühsame Kleinarbeit, doch es hat sich gelohnt.
Ich bin immer noch dabei, mein System aufzupeppen.
Schnickschnacks oder Extras konnte ich zwar noch nicht installieren, doch inzwischen arbeitet meine Harddisk wenigstens wieder im Normalbereich.
Noch etwas, man kann es alleine schaffen, doch leichter geht es natürlich, mit ein wenig Hilfe.
Sie zum Beispiel könnten mir mit einem kurzen Kommentar helfen,
den Virus „erfolglos“ zu löschen.
Auch wenn sie denken, meine Geschichte hier wäre „hirnlos“.
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Eines Tages kam Ali mit einem Vogelkäfig in der Hand zu Roswithas Caravan. In dem Käfig saß ein schöner blauer Nymph- Sittich der verschreckt herausschaute. „Den hat mir mein Autospengler geschenkt“, meinte Ali stolz.
Rene war sofort begeistert von dem kleinen Kerl. Er überredete seine Mama nach allen Regeln der Kunst, das Tier behalten zu dürfen. „OK“, sagte sie endlich. „Wenn du dich um ihn kümmerst, habe ich nichts dagegen.“
„Vielleicht werde ich ihn ja verkaufen“, meinte Ali, bevor er ging. „Diese Vögel sind sehr teuer.“
Als Roswitha einkaufen fuhr, besorgte sie auch Kürbiskerne und Vitamintropfen für ihr neues Familienmitglied.
Kürbiskerne waren sein Leibgericht. Ein Name für ihn wurde schnell gefunden: „Maxi.“
Der Käfig wurde vor dem Caravan unter der Pergola angebracht. Maxi konnte dort den ganzen Camping überblicken und hatte immer Unterhaltung.
Das erste Wort das Maxi sprechen konnte, war: „Rene.“ Wenn das Kind nicht in seiner Nähe war, rief er seinen Namen und hüpfte aufgeregt in seinem Käfig herum. Maxi liebte Rene über alles. Aber mit Frauen schien er schlechte Erfahrungen gemacht zu haben.
Rene machte anfänglich den Käfig, wie versprochen, sauber. Dann überlies er diese Arbeit lieber seiner Mama. „Du kannst das doch viel besser als ich“, moserte er Roswitha. „Das ist ja möglich, aber Maxi kann mich nicht leiden. Wenn ich ihm sein Futter gebe, versucht er jedes Mal, mich zu beißen.“ Rene konnte darüber nur lachen.
Sobald er selbst in die Nähe des Vogels kam, wollte dieser von ihm sofort hinter dem Köpfchen gekrault werden. Dafür setzte er sich dicht an die Gitterstäbe, auf die unterste Stange des Käfigs. Als ihn Ali auch einmal so streicheln wollte, wurde er sogleich von Maxi gebissen. Entsetzt sah er seinen lädierten Finger an und drohte: „Dich werde ich ja doch noch verkaufen.“
Es fuhren täglich unzählige Autos zum Restaurant und auch wieder weg. Aber schon nach kurzer Zeit, kannte Maxi Renes Schulbus unter allen heraus. Sobald er das Geräusch dieses Wagens vernahm, flippte er vor Freude aus und schrie aufgeregt: „Rene! Rene!“
Da Maxi Rene so sehr liebte, mochte auch Roswitha den Sittich und kaufte in der Stadt einen neuen, großen Käfig für ihn.
Der Umzug
wurde ein Kampf bis aufs Messer. Maxi biss Garsong Ahmet, als dieser ihn in sein
neues Haus setzen wollte, den Finger blutig.
Dann jedoch fühlte sich Maxi in seinem schönen, neuen Heim doch pudelwohl.
Rene schenkte ihm ein Spielzeug- Handy und befestigte es an den Gitterstäben. Nach kurzer Zeit konnte Maxi damit umgehen. Er drückte mit seinem Schnabel auf die Tastatur und tanzte nach den Melodien, die das Handy dann spielte. Sein absoluter Lieblingshit war „Hänschen klein.“
Die Batterien mussten ständig erneuert werden, denn Maxi telefonierte den lieben langen Tag. Er lernte überraschend schnell, alle Töne des Handys fast identisch nachzuahmen. Die Gäste des „Kaptan Camping“, hatten ihre Freude mit ihm. Alle kannten den „Handy Maxi.“
Wasser mochte Maxi jedoch überhaupt nicht leiden. Schon bei dem kleinsten Versuch, ein Vogelbad in den Käfig zu stellen, führte Maxi sich wie ein Verrückter auf und biss um sich.
Als Roswitha ihm eines Tages ganz besondere Leckerbissen und einen Spiegel aus der Stadt mitbrachte, aber Maxi sie zum Dank angriff und kräftig in die Hand biss, schuppste sie ihn wütend von seiner Holzstange.
„Du undankbares Federvieh“, schimpfte sie aufgebracht mit ihm. „Rene! Rene!“ gab Maxi kreischend Kontra. „Ja... jetzt rufst du nach deinem Rene. Doch ich mache jeden Tag deinen Käfig sauber und füttere dich. Und was tust du? Du beißt mich. Von mir bekommst du nichts mehr“, drohte sie dem impertinenten Vogel.
Sie stritt sich mit ihm als wäre Maxi ein Mann. „Hallo? Hallo? Mit wem spreche ich?“ schrie Maxi sie, auf dem Käfigboden sitzend, zornig an. „Du musst auch immer das letzte Wort haben. Typisch türkischer Macho.“
Roswitha musste lachen und schüttelte über sich selbst den Kopf.
Jetzt bekam sie schon mit einem Vogel Streit.
Ein paar Tage später kam Mimi aus Deutschland. Auch sie war ganz begeistert von Maxi. „Einen Vogel der telefonieren kann, habe ich noch keinen gesehen. Und wie süß er tanzt...“ „Geh nicht so nahe an seinen Käfig. So lieb wie er aussieht ist er ganz und gar nicht. Und mit Frauen hat er ein Problem. Er beißt“, warnte Roswitha. „Erst letzte Woche habe ich ihn von seiner Stange geboxt, weil er so frech war“. Roswithas Mama war entsetzt über ihre Tochter. Wie kann man denn mit einem Vögelchen boxen?
Zu dieser
Zeit war es schrecklich heiß in Antalya. Ende Juli lagen die Temperaturen bei
über 40 Grad im Schatten. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit fiel das Atmen schwer.
Selbst im Meer und auf dem Boot war es unerträglich heiß.
Roswitha musste nach Antalya um etwas zu erledigen. Sie fuhr schon früh los,
denn je später es wurde, so heißer wurde es auch.
Mimi blieb am Camping. Dort war es doch noch etwas kühler als in der Stadt.
Sie saß auf Roswithas Terrasse, den Wasserschlauch an ihren Beinen, und trank Kaffee mit Emine.
Maxi war außergewöhnlich still. Er saß apathisch in seinem Käfig, die Flügel geöffnet, und schnappte nach Luft.
„Der arme Kerl“, sagte Mimi mitleidig zu Emine. „Er hat ja kein Bad in seinem Käfig. Bei der Hitze könnte er sich doch dort abkühlen. Wahrscheinlich hat Roswitha vergessen, ihm eines hinein zustellen.“
Emine half ihr, ein passendes Gefäß für ein Vogelbad zu finden. Ein gläserner Aschenbecher schien dafür am besten geeignet. Sie füllten ihn mit Wasser, und Mimi stellten ihn auf den Boden des Vogelkäfigs.
Jetzt wurde Maxi böse. Es hätte nicht viel gefehlt, und er hätte auch Mimi gebissen.
„Du brauchst dich doch nicht so aufzuregen“, versuchte Mimi ihn zu beruhigen. „Das Wasser wird dir gut tun. Du bekommst ja sonst einen Hitzschlag.“ Aber Maxi hasste baden! Er krallte sich an die Gitterstäbe und versuchte, in Mimis Nase zu beißen. „Hänschen klein“, brüllte er zornig. Mimi nahm etwas Wasser und bespritzte Maxi damit. „Du dummer Kerl! Schau... das ist doch gut für dich.“
Daraufhin bekam Maxi einen richtigen Tobsuchtsanfall. Diese blöde Frau hatte ihn nass gespritzt. Alles was er von seinem Telefon gelernt hatte, schleuderte er jetzt Mimi wutentbrannt ins Gesicht. Mimi sah ihn entsetzt an als er „Hallo? Mit wem spreche ich? ... Düüüt düüüt düüüt... Bitte rufen sie später wieder an“, schrie. Eindringlich machte danach die Polizeisirene nach. Sein Gekreische war am ganzen Platz zu hören.
„OK, du brauchst dich doch nicht so aufzuführen. Dann nehme ich das Wasser eben wieder heraus“, meinte Mimi nun, nachdem sie begriffen hatte, dass sich seine Aggressionen gegen das gut gemeinte Bad richteten.
Doch Maxi lies sie die Käfigtür nicht mehr anfassen. Wenn er dazu in der Lage gewesen wäre, er hätte ihr die Hand abgebissen. Bei jedem Versuch den Mimi unternahm, bellte er wie ein Hund. Auch Emine lies er nicht an seinen Käfig heran. Die beiden Frauen sahen erst ratlos auf den bellenden Vogel und dann fingen sie zu lachen an. Das war ja ein streitsüchtiger kleiner Geselle.
Als Roswitha wenig später zurückkam, saß Maxi kriegerisch in seinem Käfig. Bereit, ihn mit allen Mitteln gegen seine Feinde zu verteidigen.
„Also, ich hätte mir ja nie vorstellen können, mit einem Vogel Streit zu bekommen. Als du mir erzähltest, du hättest mit ihm geboxt, dachte ich, das du spinnst. Aber jetzt kann ich dich verstehen. Wenn dein Vogel gekonnt hätte, er hätte mich wahrscheinlich aufgefressen. Er bellt mich an wie ein Schäferhund. So etwas habe ich ja noch nie erlebt. Nur, weil ich dachte, er solle ein kühles Bad nehmen bei dieser Affenhitze.“
„Er kann Wasser nicht ausstehen“, erklärte Roswitha. Sie ging zu Maxi. Zum ersten Mal hatte sie das Gefühl, das er froh war, sie zu sehen. Widerstandslos lies er das verhasste Bad von ihr aus seinem Käfig nehmen.
Die metallenen Gitterstäbe des Käfigs waren heiß, obwohl er im Schatten hing. Roswitha nahm den Wasserschlauch und besprühte vorsichtig den Käfig damit. Anschließend legte sie Eiswürfel in einem Waschlappen auf sein Dach. Langsam kühlte der Metallkäfig ab. Maxi sah sie dankbar an. „Hänschen klein“, sang er ihr freundlich vor. Sie schien ihm nun doch das kleinere Übel zu sein. Die beiden anderen Frauen waren zu seinen Erzfeinden geworden.
Mimi blieb
noch etwa 2 Monate. Wenn sie in Maxis Nähe kam, drehte er den Kopf weg. Wollte
sie sich mit ihm unterhalten, bellte er sie feindselig an. Er hat ihr nie
verziehen.
Als Roswitha und Rene etwa 1 Jahr später nach Deutschland zurückkehren mussten, gaben sie Maxi einem tierlieben Mann, der 2 kleine Söhne hatte. Rene war darüber sehr traurig. Er verstand aber auch, dass sie ihn schlecht sofort mit in die Heimat nehmen konnten. Sie mussten in Deutschland erst einmal eine Wohnung finden. Die erste Zeit würden sie bei Mimi wohnen.
Der Mann versprach Rene, sich gut um seinen Liebling zu kümmern. „Wenn es dir später möglich ist, kannst du ihn jederzeit bei mir besuchen und wenn du willst, auch mit nach Deutschland nehmen.“
Den kleinen Maxi nicht gleich mitgenommen zu haben, bereute Roswitha noch Jahre später.
Als
sie nach fast einem Jahr wieder mit Rene nach Antalya flog, fragten sie sofort
nach dem Vogel. Wenn möglich, wollten sie ihn unverzüglich mit nach Deutschland
nehmen.
Doch Maxi war bei der neuen Familie in einem unbewachten Moment aus seinem Käfig
entkommen und aus dem offenen Fenster in die Freiheit entwischt.
Ausgeflogen, um seinen
geliebten Freund Rene zu suchen.
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Biografie eines fliegenden Teppichs
(Erzählt: vom "Teppich")
Vor vielen, vielen Jahren kam ich auf diese Welt.
Nicht wie ihr Menschen wurde ich geboren. Nein…
Ich hab es anders angestellt.
Das Erste was ich auf dieser bunten Erde sah, war eine wunderschöne Prinzessin mit Augen wie Sternchen und goldig glänzendem Haar.
Sie knüpfte mich mit hauchdünnem, seidigem Garn… und unendlich viel Liebe
Mir wurde ganz warm.
Sie liebte einen Prinzen, doch der war ihr sehr fern
Mit einem Teppich wollte sie zu ihm fliegen, denn sie hatte ihn schrecklich gern.
So knüpfte sie viele, viele Jahre. Die Sehnsucht war groß und band silberne Strähnchen in ihre goldenen Haare.
Doch eines Tages machte sie den letzten Knoten mit zitternder Hand
„Jetzt kannst du mit mir fliegen. Bring mich schnell zu meinem Liebsten ins Morgenland“
Ängstlich lag ich auf der Erde und konnte nicht verstehen…
Wie sollte ich fliegen? Hatte doch noch nie einen fliegenden Teppich gesehen.
„Du kannst es“ sagte sie überzeugt zu mir
Durch diese Worte wurde ich stark und glaubte es ihr.
Vorsichtig versuchte ich mich zu erheben - und begann tatsächlich zu schweben.
Eiderdaus - wie war das Leben fein
Es machte echt Spaß ein fliegender Teppich zu sein.
Erst ging es ja noch etwas wacklig zu
Doch meisterhaft zu schweben - ich lernte es im Nu.
Die Prinzessin jauchzte vor Glück
Bald bekam sie ihren Liebsten zurück.
Wir flitzten durch die Nacht, sahen glitzernde Sterne
Den leuchtenden Mond - und die unendliche Ferne.
Ich hab die Prinzessin zum Prinzen gebracht. Sie waren glücklich wie in den Geschichten aus „Tausend und einer Nacht“
Doch mich haben sie in einer Ecke vergessen. Fast hätten mich die Motten zerfressen.
So fand mich dann der Prinzessin Enkelkind
Es war Sindbad… und wir entschwebten geschwind.
Mit ihm erlebte ich viele schöne Märchen
Wäre er nicht gestorben, wir wären heute noch ein abenteuerlustiges fliegendes Pärchen.
Bin auch mit Aladin im Orient umher gezogen. Zusammen haben wir die Wunderlampe wieder gerade gebogen.
Ach…, dass waren lustige Zeiten
Nun bin ich alt und flieg mit meiner Meisterin Roswitha durch wunderschöne Internetseiten.
Sie hat mich in Antalya am Hafen gefunden
Zusammen verbringen wir im www. traumhafte Stunden.
Es muss auch ein betagter Teppich wie ich mit der Zeit und mit der Technik gehen
Vielleicht werden wir uns ja irgendwann auf einer Homepage wieder sehen.
Saygı, sevgi ve selamlar
Teppich